Ein Freitagvormittag im Dezember, wir treffen uns zum ersten Mal in einer neuen Runde: Mütter mit unterschiedlichen Geschichten, Sprachen, Migrations- und Lebenserfahrungen – verbunden durch ein gemeinsames Anliegen: Müttergesundheit endlich transkulturell zu denken.
Schon in unserer Vorstellungsrunde wird spürbar, wie viel Wissen, Sorgearbeit und Stärke in dieser Gruppe steckt. Einige von uns arbeiten seit Jahren in der Flüchtlingshilfe, andere in der Kommunalpolitik oder in der Mutter-Kind-Gesundheit, wieder andere berichteten von eigenen Migrationserfahrungen, von Prüfungen, von Behördengängen, von der Kraft, in einem neuen Land Mutter zu sein – und von der Erschöpfung, die daraus entsteht.
Wir sprechen über Barrieren, die Mütter mit Migrationsgeschichte jeden Tag begleiten: fehlende Kitaplätze, Sprachhürden, komplizierte Behördenwege, Traumata, Einsamkeit – aber auch über die vielen Momente, in denen Integration gelingt, weil Frauen füreinander einstehen.
Über Gesundheit als Mutter. Über die Last, die unsichtbar bleibt. Und über die Vision, gemeinsam laut zu werden.
Im Zentrum steht die Frage: Wie kann eine Mütterkampagne aussehen, die wirklich alle Mütter mitdenkt?
Antworten darauf entstehen nicht am Schreibtisch, sondern aus Geschichten – aus Erfahrungen, Stimmen, Perspektiven. Deshalb haben wir beschlossen: Wir sammeln. Wir schreiben. Wir erzählen. In jeder Sprache, in jedem Format.
Bis zum 9. Mai – bis wir gemeinsam in Berlin stehen – wird diese Gruppe wachsen. Mütter, die gehört werden wollen. Mütter, die Verbündete suchen. Mütter, die andere stärken wollen.
Unser erstes Treffen hat gezeigt: Es gibt eine große Sehnsucht nach Räumen, in denen Vielfalt als Stärke verstanden wird und Fürsorge als politisches Thema sichtbar wird.
Wir gehen jetzt gemeinsam los. Transkulturell. Verbunden. Laut.
Und wir laden alle ein, mitzuerzählen.
Am 14.01.2026 treffen wir uns wieder.
Mit dabei und auf dem Foto von l.n.r. oben Soraya Al-Janabi, Antje Krause, Dr. Caroline Ajonina, Mitte: Irene Pabst, Fawzia Farah, Delphine Takwi, unten: Dominique Laure Negadjou Kamdem
